Montag, 30. August 2021

Alltag

"Komm, sei nicht traurig, wir wechseln doch nur in unser eigenes Ferienhaus!", sagte mein Mann erst neulich mit einem Augenzwinkern, legte seinen Arm um mich und packte schließlich die letzte Reisetasche in den Kofferraum. Mit diesen aufmunternden Worten ging es dann tatsächlich etwas leichter zurück von der Ostsee wieder nach Hause. Genauso geschickt tröstete er heute beim Zubettgehen die Kinder, denen das Ende der Sommerferien und der damit verbundene Start in den Alltag plötzlich bedrohlich nah erschien: "Aber wir haben doch einen schönen Alltag!" Ja, da waren sich dann auch plötzlich alle schnell einig. 


Ein kluger Mann, mein Mann. Aber ob er auch mit folgendem Recht behalten wird? Er glaubt nämlich, dass unsere Hausarbeit mit meiner Idee, Alltagskarten einzuführen nicht zwingend einfacher wird. Im Gegenteil. Er vermutet, es wird mehr Arbeit werden. 



Was nun zu beweisen wäre. Ich lasse es auf einen Versuch ankommen. In unserem fünfköpfigen Haushalt gibt es immer viel zu tun. Damit die Aufgaben zukünftig annähernd gerecht vergeben oder zumindest etwas transparenter gemacht werden, habe ich mir mit Beginn des neuen Schuljahres überlegt, die Hausarbeiten auf alle Familienmitglieder zu verteilen. Auch jetzt helfen alle schon irgendwie mal hier und da mit, aber noch sehr sehr oft machen wir Erwachsenen das "mal eben schnell",  müssen häufig aufmerksam machen und bitten oder delegieren und es hat einfach keinen verbindlichen Charakter. Außerdem fühlt sich das so für alle nicht gut an. 


Jetzt also soll sich jeder selber die Aufgaben aussuchen und sich für diese auch verantwortlich fühlen: Müll rausbringen, Blumen gießen, Kater versorgen, Räder in den Schuppen stellen, Zimmer aufräumen... Es wird Tage geben, da gibt es viel zu tun, an anderen vielleicht weniger. Mir ist wichtig, dass die Kinder erleben, dass sich die Dinge nicht wie selbstverständlich erledigen, und dass auch sie ihren Beitrag leisten können. Ich bin gespannt und freue mich wieder auf unseren Alltag!



Falls du das auch mal ausprobieren möchtest, gibt es die Illustrationen zum Ausdrucken. Die Bilder lassen sich vielleicht noch beschriften. Auf dem Blankobogen ist Platz für eigene Ideen. Außerdem kann man die einzelnen Tätigkeiten auch mit Punkten versehen, um anzuzeigen, wie aufwendig diese Arbeit vielleicht ist und für welches Alter sie geeignet erscheint. Es gibt sicherlich vielfältige Einsatzmöglichkeiten. Ich freue mich, wenn dir meine Alltagskarten gefallen und sie dir und deiner Familie eben diesen etwas erleichtern.

Herzlichst
GOLDI


            

Mittwoch, 7. Juli 2021

Sommersausenbrause



Kommt! Lasst uns Eis, Erdbeeren und Melone ohne Ende essen. Lasst uns Blumen pflücken, Sommersprossen sammeln und den Duft von Sonnencreme inhalieren. Lasst uns die Füße im Sand vergraben und durch morgenfeuchtes Gras laufen. Lasst uns Rad fahren, schwimmen und spazieren gehen. Lasst uns den Grill anschmeißen, Freunde einladen und gemeinsam so viele Mahlzeiten wie möglich draußen einnehmen. Lasst uns verreisen, womöglich zelten. Lasst uns faulenzen, lesen und spielen. Lasst uns die lauen Abende bei Kerzenschein auf der Veranda genießen, in den Sternenhimmel blicken, auf Sternschnuppen hoffen und schließlich die Bettdecke über die dreckigen Kinderfüße ziehen. Lasst uns lieben und lachen, ausschließlich gute Stimmung verbreiten und hoffnungs- und vorfreudevoll auf diesen Sommer blicken! Möge er so oder so ähnlich riechen, schmecken oder sich anfühlen. Lasst uns auf ihn anstoßen, und mit ihm auf das leichtere Leben! Damit schmeiße ich für liebe Kolleginnen, Trainerinnen, Lehrerinnen und Freunden eine Runde "Brause" für hoffentlich viele viele "Sommersausen"!



Magst du mit anstoßen? Dann gibt es hier die Etiketten in zweifacher Ausführung als Download.  



Viel Spaß damit und viele sonnige Grüße

Goldi





So funktionierts: Ich habe unsere Lieblingslimonade gewählt, die Etiketten im kalten Wasserbad abgelöst, die Flaschen abgetrocknet und schließlich mit dem Sommerbrauseetikett beklebt.





Die Sommerferien sind nun nah, fast zu nah, ich mag die Vorfreude und die "Bald-sind-Ferien-Stimmung" nämlich sehr. Diese Limos warten auf jeden Fall im Keller nun darauf, ganz bald verteilt zu werden, damit "Danke" zu sagen und einen wundervollen Sommer zu wünschen. 






Freitag, 16. April 2021

Salathommage



Salat hält jung. Und diese Mischung, insbesondere das Kokosdressing, macht mich glatt 20 Jahre jünger. Niedliche 25 Jahre jung waren wir damals, 6 Grundschullehrerrinnen, fast alle gerade frisch im Schuldienst. Genau aus diesem Grund fand unsere bunt zusammengewürfelte Truppe seinerzeit auch irgendwie zueinander. Anfangs trafen wir uns einmal in der Woche in einer Cocktailbar, mit coolen Beats im Hintergrund tauschten wir uns und unsere guten Unterrichtsideen aus, Arbeitsblätter gingen über den Tisch, außerdem ging es -na klar- um Jungs, das Verliebtsein, Konzerte, Partys, Mode, Bücher, dies und das. Voller Vorfreude läuteten wir mit einem oder auch gerne einem zweiten Cocktail am Vizefreitag  das Wochenende ein. Jung und ungebunden waren wir, zu Hause wartete noch keiner auf uns. Irgendwann zogen wir um in ein schuckeliges Café, das Thaicafé. Dort gab es thailändisch angehauchte Speisen- unter anderem auch diesen wohl eher landesuntypischen Salat, der es uns mit seinem unverwechselbaren Kokosdressing aber einfach angetan hatte, und wir hatten mehr Ruhe zum Plaudern. Mit der Zeit wurden dann aus festen Freunden Ehemänner. Sogar zu meinem Junggesellinnenabschied gab es diesen Salat. 



Jahr um Jahr kamen Kinder dazu. Die Runde schrumpfte schließlich auf vier Damen und die Themen handelten zwar noch immer von Schule, aber neue kamen eben dazu: Hochzeiten, weitere Schwangerschaften, Stillen, Elternzeit, Wiedereinstieg in die Schule, wann und mit wie vielen Stunden, welcher Kindergarten, welche Grundschule und schließlich welche weiterführende Schule.  Zack, wurden die Kinder groß und größer, wir älter. Wir hatten immer mehr um die Ohren, trafen uns zwar weiter, aber nicht immer regelmäßig, schon längst nicht mehr einmal in der Woche. Als unser geliebtes Café sehr zu unserem Bedauern schließen musste, trafen wir uns weiter zu unserem köstlichen Salat, fortan aber bei einer von uns. 



Wir schnibbelten gemeinsam und quatschten, stießen mit Prosecco auf Höhen und Tiefen des Lebens an, lachten und weinten, waren uns nicht immer einig, selten bei der Frage: Wie viel Reis wirklich benötigt wird... Ließen uns aber sein, wie wir sind und wunderten uns lediglich, wie viele Dosen Kokosmilch an einem Abend durchgehen können: Zwei für das Dressing und mindestens zwei für das sündige Dessert, die weiße Schokolade und die Sahne als Dessertbeauftragte verheimlichte ich stets, schließlich gab es ja auch mal Himbeeren oder Ananas dazu. Am Ende eines meist beschwingten Abends stellte sich immer die Frage, wer nimmt nun das Körbchen mit den Gewürzen mit und lädt zum nächsten Treffen ein? Das, so beteuerten wir, bitte bitte nicht wieder so lange auf sich warten lassen sollte. Wir waren aus dem Tritt gekommen, denn selbst den Rhythmus spätestens an dem Donnerstag vor den Ferien festzuhalten, gelang uns nicht mehr. Nun, schon lange lange vor Corona wollten wir uns endlich wieder treffen. Daraus wurde leider nichts, und dann kam Corona. 

Neulich hatte ich diese Salatidee wieder im Sinn, und ich musste sie sofort umsetzen. Mit diesem Geschmack auf der Zunge hatte ich prompt im Herzen nicht nur eine wohlige Erinnerung an ein wirklich schöne Zeit, sondern auch eine große große Sehnsucht. Hach. Mädels, ich vermisse euch! Das geht also raus an euch, meine lieben Freundinnen, unsere Treffen sind wertvolle Souvenirs für mich. Ich fühle mich doch glatt nochmal wie 25. Sobald die Welt es wieder zulässt, lade ich euch ein, und wir stoßen an mit vielen Kokosmilchdosen und reichlich Prosecco. Versprochen?

Hast du auch Lust auf eine Verjüngungskur? Dann gibt es hier das Rezept. 


Herzlichst

GOLDI



Zutaten:


Salat:


* Chinakohl (wahlweise auch Eisbergsalat)

* Gurke

* Tomaten

* Paprika

* eine Hand voll Champignons

* Frühlingszwiebeln

* Räuchertofu, schneiden und anbraten

* Basmatireis


Den Reis nach Anleitung kochen. In der Zwischenzeit alle Zutaten waschen und schneiden. Tofu in Streifen schneiden und in etwas Öl anbraten. 



Dressing:


* Kokosmilch

* rote Currypaste

* Öl

* dunkle Sojasauce

* Zucker

* Koriander, gemahlen

* Kreuzkümmel, gemahlen


Etwas Öl in einem Topf erhitzen und einen halben Esslöffel der roten Currypaste dazugeben und verrühren. 4 Esslöffel Sojasauce und 2 Esslöffel Zucker einrühren. Mit einem Esslöffel Koriander und zwei Esslöffeln Kreuzkümmel würzen. Alles kurz aufköcheln und mit einem Liter Kokosmilch aufgießen und abschließend einige Minuten köcheln lassen.


Den Salat nach Herzenslust anrichten und mit reichlich Dressing genießen!


Guten Appetit!





Montag, 15. März 2021

Mittendrin


Ganz (schön) schief. Ein Jahr Corona, und wir stecken noch immer mittendrin. Ein Jahrestag, doch zu feiern gab und gibt es nichts. Dieser vermaledeite Virus und die mit ihm verbunden Auswirkungen auf unser Leben, das alles hat kein Fest verdient. Aber wir haben es! Wir alle, die wir allesamt trotzen und klotzen, jeden Tag aufs Neue, wo und wie wir können. 

"Wollen wir am Samstag etwas besonders machen?", frage ich nun am vergangenen Jubiläumswochenende. "Ganz ehrlich?", setzt mein Mann zu einer Antwort an. "Es ist doch, als würde man Abend für Abend zum Cäptain`s Dinner eingeladen werden...!" Ich weiß, was er meint und muss auch etwas lachen. "Ja, zur Abwechslung mal was mit der Familie machen!", stimmt das ganz schön große Mädchen mit ein. Wir lachen jetzt zu dritt. Nach coronamüde kommt blöd. Eine Idee haben wir dann zwar immer noch nicht, aber ich werde nicht locker lassen. Wie es nun mal meine Art ist.

Nicht, dass wir jemals an solch einem Dinner teilgenommen haben, geschweige denn, dass wir jemals eine Kreuzfahrt machen würden, aber das Bild mit dem Schiff gefällt mir gut. Sitzen wir doch schließlich alle im gleichen Boot, die Reise dauert nur einfach schon so, so lange. Und dann dieser Wellengang. Da darf  einem auch schon mal schlecht werden. Zumal das Ganze ja auch noch nicht mal persönlich gebucht war. Das ist der Punkt. Wir alle hatten andere Pläne. Möchten auch endlich wieder neue Pläne schmieden. Stattdessen warten wir ab, zeigen uns gerade irre flexibel, absolut anpassungsfähig, total multitaskingfähig, können enorm viel aushalten, und das alles schlaucht. Es schlaucht tüchtig. Uns alle. An niemandem geht dieser Virus spurlos vorbei. Ich meckere nicht. Das nützt nichts oder nur selten, ich stelle einfach fest. 



Die Homeschoolingtage haben es in sich. Bedeuten sie doch, dass sowohl Kinder als auch Eltern schlichtweg nicht da sind, wo sie gerade sein sollten, wir arbeiten nicht wie und mit wem wir arbeiten sollten. Wobei ich ja gerade in der Schule bin. So sehr ich das Risiko der Ansteckung fürchte, so froh bin ich gleichzeitig über diesen kleinen Fetzen Normalität, auch wenn er sich den ganzen Schultag über hinter einer Maske versteckt und mit Mengen an Handdesinfektion regelmäßig weggespült wird.

Meiner Familie fehlt vieles: der Schulalltag fehlt, mit seinen Freund:innen, mit den Pausen, den Arbeitsgemeinschaften, mit dem Gefühl, um zehn nach eins vorerst mit der Schule fertig zu sein und die Hausaufgaben dann nach wohltuenden Hobbies zu organisieren. Es fehlt, nach einem vielleicht turbulenten Tag beim Abendessen wieder zusammenzukommen und von den Erlebnissen und Begegnungen zu erzählen.  Für uns Eltern hinzukommt außerdem das nagende Gefühl, das sich schlechtes Gewissen nennt und permanent meint, nichts und niemandem hier gerade gerecht zu werden. Nicht den Kindern, nicht der Arbeit, der Familie, dem Haushalt und am wenigsten vermutlich sich selbst. 

Deswegen freue ich mich mehr denn je auf die Wochenenden, meine es besonders gut mit diesen zwei Tagen, bestücke den Kühlschrank und den Vorratsraum mit lauter Leckereien, habe noch Lust zu kochen und zu backen, am liebsten in der Tat gemeinsam, möchte mir tolle Sachen für uns einfallen lassen. Und jetzt kommt das dicke ABER: Es fehlt schlichtweg die Abwechslung. Es fehlt der Raum, die Möglichkeit, sich zu vermissen, sich wieder aufeinander zu freuen. Der Alltag vor der Pandemie war ja auch durchaus gleichförmig, aber er brachte Erlebnisse, Eindrücke und den Austausch mit anderen Menschen mit sich. Keine Videokonferenz und keine Online-Ballettstunde der Welt kann das ersetzen. Punkt. 

Ich wundere mich außerdem, einerseits ist so viel Zeit da, und andererseits dann doch wieder nicht ausreichend genug, um sich richtig aufeinander einzulassen, weil alle hier auch immer so vor sich hintüdeln. Spätestens an dieser Stelle blitzt dann auch bei mir wieder kurz das blöde schlechte Gewissen auf: "Los! Genießt diese intensive Zeit!" Ahhhh, mache ich doch! 

Ich hoffe so sehr -in was weiß ich wie weit entfernter Zukunft- sagen zu können: Es ging uns gut. Den Umständen entsprechend gut, und wir haben das Beste daraus gemacht, auch mal und vielleicht gerade erst recht an schiefen Tagen. Ich verspreche mir, so wird es sein. Irgendwie schaffen wir es. Immer wieder. Das Geheimnis liegt vermutlich darin, immer und immer wieder den Fokus auf das Gute zu richten. Mehr kann ich gar nicht raten.



An diesem besagten Samstag haben wir es zum Glück schließlich dann auch geschafft. Die Vorräte haben wir unangetastet gelassen. Unser Captain`s Dinner bestand aus Veggieburgern und Süßkartoffelpommes vom Burgerdealer unseres Vertrauens. Mit Limo und Kiezmische haben wir angestoßen, haben Partyspiele gespielt, uns kringelig gelacht und gefeiert.



Wir haben uns gefeiert und das "Mittendrin" wieder gerade gerückt. Am Sonntag musste ich es dann abnehmen, denn die Mädels und ich haben endlich mal wieder gemeinsam gebastelt, so dass jetzt ein neuer Kranz an der Wand prangt, aber das ist eine andere Geschichte...

Wie sieht es gerade bei dir aus? Schieflage? Oder alles im Lot?

Herzlichst

Goldi

Freitag, 12. März 2021

Bunte Hasenparade

Österlich wird es hier immer ganz allmählich und auch eher dezent. Nicht, wie in der üppigeren und glitzernden Adventszeit, wenn pünktlich die erste Kerze angezündet und das erste Türchen geöffnet werden möchte. Hier ein Zweig, da ein paar Tulpen und Ostereier und schließlich Meister Lampe. Spätestens wenn er Punkt für Punkt auf der Leinwand sein putziges Gesicht zeigt, wird es Ostern und damit hoffentlich auch Frühling. 



Dieses Langohr hat bei der Verlosung auf Instagram übrigens den zauberhaften Namen Marianne bekommen und ist schon längst unterwegs in sein neues Zuhause. 


Für alle anderen Hasenfans, die auch so viele niedliche Namen vorgeschlagen haben, gibt es hier eine bunte Hasenparade. Mit dieser Vorlage lassen sich Anhänger, Caketopper oder vielleicht eine Girlande basteln. Wenn man sie etwas vergrößert, kann man die Hasen auch sicherlich als Schablone verwenden und mit Kreidemarker an die Scheibe malen. 



Ich hoffe, so kommt auch ein bisschen Osterstimmung bei euch auf. 

Viele liebe Grüße 
GOLDI








 

Dienstag, 12. Januar 2021

#stayhome - Eine kompakte Erinnerung

Stay home bedeutet: Abends aus der bequemen Leggings zu steigen, um noch mal kurz in die Muckelhose zu schlüpfen. Es bedeutet außerdem: Eigene Strukturen zu erschaffen, für mehr Gemütlichkeit den leuchtenden Stern doch noch hängen zu lassen, Homeschoolingschnittchen zu schmieren und tüchtig und viel zu Hause zu lernen,  mir von eigenen SchülerInnen via Videokonferenz vorlesen zu lassen, täglich der liebgewonnenen Yogapraxis nachzugehen, noch mehr zu kochen und zu backen und außerdem, dass der Einkauf der einzige Sozialkontakt ist, langfristige Schnitzprojekte, keine Freunde treffen, dafür mit ihnen per facetime zu telefonieren, häkeln, stricken, tralala, online Ballett- und Klavierunterricht, Rollentraining, immer einen Ticken zu spät schlafen zu gehen und eben viel viel wertvolle Zeit zu fünft. Ich habe das Gefühl, in keiner meiner bisherigen Lebensphasen hatte ich so sehr den Gedanken: Wow, das wird eine intensive Erinnerung werden. Ob es daran liegt, dass wirklich alle Menschen gerade diese Erfahrung machen, wenn auch höchst individuell? Ich bin unsagbar dankbar, dass ich mehr Striche auf der positiven Erinnerungsseite verbuchen kann. Das muss ich nicht betonen. Meine Gedanken sind oft bei denen, die es richtig schwer getroffen hat und noch immer trifft. Und derer gibt es viele. Viele auf unterschiedlichste Weise. 
Ich nehme an, vom Alter unserer Kinder her hätte es auch vermutlich keinen besseren Zeitpunkt für diese Erfahrung als den jetzigen geben können. Mit ihren 13, 10 und 9 Jahren mögen sie alle noch gerne zusammen Zeit verbringen, sie haben gemeinsame Ideen, wir können sie mit gleichen Büchern zum Vorlesen, Spielen, Filmen, Ausflügen in den Wald und Familienevents begeistern. Wer weiß, vielleicht wäre es zu einem anderen Zeitpunkt auch gegangen. Aber es ist immer alles jetzt. Und so lebt es sich für uns dann auch gut.   
Als es im vergangenen März zum ersten Lockdown kam, habe ich in den ersten vierzehn Tagen täglich notiert, was wir gemacht haben, wie wir unsere Tage unter dem "Alles wird gut Regenbogen" zu Hause verbracht haben. Dann kamen die Osterferien, ach, und danach, so dachte ich, geht alles normal weiter. Da war der Wunsch wohl der Vater dieses absolut naiven Gedankens. Nun, wir befinden uns mitten im zweiten Lockdown. Dafür packen wir es gut. Schon wieder und immer noch. Und doch sehnen auch wir unseren Alltag herbei. An diese verrückte Zeit möchte ich mich aber dennoch erinnern. Und es wird eine gute Erinnerung sein, wenn ich meine kompakte Zusammenfassung betrachte. Ich wiederhole mich: Was für ein Glück. Mein Beitrag für 12 von 12 im Januar

Wirst du gute Erinnerungen haben?

GOLDI








Tippen Sie hier, um mit dem Komponieren zu beginnen ...

Sonntag, 10. Januar 2021

Punkt für Punkt - Mein Bullet Journal

Hallo, 2021! Ich bin bereit! Bereit für deine kleinen, mittelgroßen und großen Abenteuer. Was auch immer kommen mag, dein Vorgängerjahr hatte es ja in sich. Ich fühle mich also vorbereitet. 
Ein treuer Begleiter in meinem bunten Familienalltag als arbeitende Mutter mit drei Kindern ist mein Bullet Journal. Dieses hier ist nun schon das dritte seiner Art. Pünktlich zum Jahresbeginn liegt also ein Blankoplaner vor mir, der jetzt gefüllt werden will. Gefüllt, mit prallem Leben. Ein Leben, das ich überschauen möchte. Und dieses Buch, so simpel es ist, hilft mir, mich und mein Drumherum zu organisieren.  
Mit den Zielen für das neue Jahr wollte ich jetzt beginnen, Punkt für Punkt. Bullet heißt nämlich Punkt. Das Buch ist also im Grunde eine Ansammlung an Punkten. Punkte verschiedener Art: zu erledigende Punkte, an zu denkende Punkte, zu verschenkende Punkte, zu kochende Punkte, Punkte, Punkte, Punkte. 
Weil das Interesse auf Instagram daran nun so groß war, und viele Frauen mich fragten, wie das genau funktioniert, habe ich mich spontan entschlossen, einen kleinen Einblick in mein letztes Bullet Journal zu geben. 
Ich freue mich also, mit diesem Beitrag wieder hier zu starten und euch weiterhin zu inspirieren. 

Schön, dass ihr hier seid!
GOLDI


Eine Flut an Zetteln mit lauter to do´s, Notizen und Erinnerungen brachte mich vor zweieinhalb Jahren zum Bullet Journal. Ich verzettelte mich wahrlich. Einige Dinge wurden erledigt, andere noch nicht, weitere Zettel kamen dazu, während andere noch nicht abgearbeitet waren. Das wollte ich so nicht mehr länger. Stattdessen wollte ich alles bündeln. Das ging auch nicht auf Anhieb, ich wusste nicht gleich, wie und womit ich anfangen sollte. Brauchte ich ein Kalendarium? Ziele? Immerwährende Aufgaben? 


Ich habe dann einfach angefangen. Auch jetzt ist es aber immer wieder spannend, loszulegen.


Mittlerweile weiß ich genau, welche Seiten, welche Übersichten ich benötige.  Eine Übersicht der Zeichen, die ich verwende gibt es immer am Anfang auf der "key"-Seite. 
Im Prinzip kann man es aber auch ausschließlich mit Punkten machen. Erledige ich ihn, kreuze ich den Punkt an, verschiebe ich ihn, versehe ich ihn mit einem Pfeil. So geht nichts verloren. Wenn ich einen Punkt immer und immer wieder aufschiebe, denke ich dann darüber nach, warum das so ist.


Eine Jahresübersicht am Anfang hat sich durchaus bewährt. Dort kann ich Reisen oder Geburtstage, Einladungen, sowie andere langfristige Pläne eintragen.


Dann zeichne ich  Monat für Monat eine Seite. Zunächst hatte ich mir für dieses Bujo überlegt, das schon vorweg für alle zwölf Monate zu gestalten, aber dann würde mir tatsächlich eine Beschäftigung fehlen. Es macht nämlich viel Spaß, die Seite zu Beginn eines jeden Monats passend zu gestalten. Damit beantworte ich auch schon die Frage, wann ich das eigentlich mache. Immer dann, wenn es passt. Mal, bevor alle hier zu Hause aufstehen, mal abends auf dem Sofa oder einfach mal zwischendurch. Und immer immer ohne den Anspruch auf Perfektionismus. Ich suche selber doodles zu bestimmten Themen oder lasse mich von anderen Bujos inspirieren. So ist das zu einer sehr liebgewonnenen Freizeitbeschäftigung für mich geworden, die ich überall ganz unkompliziert zur Hand nehmen kann. Schön, wenn ich auch mal wieder damit in einem Café sitzen kann.


Die wöchentliche Seite hat sich auch sehr bewährt. Unten auf die Seite schreibe ich gerne noch die Dinge, die ich in der Stadt zu besorgen oder erledigen habe. Statt eines Einkaufszettels fotografiere ich mir das dann ab.


Zwischendrin gibt es immer mal einen Spruch oder auch Zeichnungen. 


Im letzten Bujo habe ich mir auch eine Seite angelegt mit der Überschrift: Ups, ich sollte dringend mal wieder... Die habe ich letztlich sträflich vernachlässigt, überlege sie aber wieder aufzunehmen. 


Die Essensplanung findet auch oft Platz auf diesen Seiten.

Oder gerne auch mal eine Rezeptzeichnung.

 



Geburtstagsfeierideen werden auf diese Weise gesammelt.


Was wir im Haus zu tun haben schreibe ich ebenfalls auf.


Hin und wieder müssen alle mal mit anfassen. Den Putzplan habe ich also mit der ganzen Familie ausgetüftelt. 



Wenn Ferien anstehen, überlegen wir uns gerne gemeinsam, was unsere Pläne sind.



Insbesondere im Urlaub zeichne ich auch gerne besonders wertvolle Momente. 


Oder eines der Kinder darf zeichnen. Dann gebe ich hin und wieder das Heft auch mal aus der Hand.


Jede Notiz, jede Zeichnung und mag sie auch noch so schief und unperfekt sein, ist eine wundervolle Erinnerung. So wie diese: Ein Weihnachtsmarkt mit lieben Freunden bei uns im Garten.


Ja, pünktlich zum Jahresende nun waren die Seiten gefüllt, das Jahr 2020 abgeschlossen. Verrückt war es, aber offensichtlich schön. Gemeinsam mit allen anderen Erinnerungen aus diesem Jahr wandert das Buch nun auf den Dachboden. Mit einer dicken Schleife drum. Ein Schatz, der ein wundervolles Abbild unseres Lebens gibt, für das ich so dankbar bin.